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Quitte
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Die Quitte (Cydonia oblonga; Synonym: Cydonia vulgaris) ist die einzige Pflanzenart der Gattung Cydonia und gehört zur Untertribus der KernobstgewÀchse (Pyrinae) innerhalb der Familie der RosengewÀchse (Rosaceae). Sie wird als Obstbaum (Quittenbaum) kultiviert.
Contents
âą Namensgebung
âą Vorkommen
âą Beschreibung
âą Inhaltsstoffe
âą Ăkologie
âą Beschreibung
âą Verwendung
âą Quittensorten
âą Abgrenzung
âą Sonstiges
âą Geschichte
âą Quellen
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Namensgebung
Das Wort âQuitteâ (althochdeutsch qitina und kutinna, mittelhochdeutsch auch kutin, mittellateinisch auch coctanacite-ref-1[1]) stammt von griechisch-lateinisch (malum) cydonium (auch citonium; Quittenapfel, âKydonischer Apfelâ, und cotoneum, âQuitte, Quittenbaumâ bzw. cotoneum malum, âQuitte, Quittenapfelâcite-ref-2[2]) sowie (mittellateinisch) citonia (âQuittenbaumâ) bzw. Mala citonia sowie (möglicherweise aus griechisch chrysomela verderbt) crisolima (insbesondere fĂŒr die Apfelquittecite-ref-3[3] oder Goldquitte)cite-ref-4[4] und beruht auf griechisch (melon) kydĂłnion. Ein Zusammenhang mit der griechischen Stadt Kydonia, heute Chania im Nordwesten der Insel Kreta, beruht wahrscheinlich auf volksetymologischer Deutung.cite-ref-5[5]cite-ref-6[6]
Die Quitte ist auĂerdem indirekt Namensgeber fĂŒr die Marmelade (von portugiesisch marmelo fĂŒr Quitte, aus dem griechischen melimelon âHonigapfelâ).
Ăltere Synonyme in der deutschen Sprache sind Kretischer Apfel, Kydonischer Apfel, Hesperiden-Apfel, Venus- oder Adonis-Apfel, Baumwollapfel und Schmeckbirne.
Vorkommen
Die ursprĂŒngliche Heimat liegt im östlichen Kaukasus und im Transkaukasus. Populationen in der TĂŒrkei, in Iran, Turkmenistan, Syrien und Afghanistan könnten durch die schon lange zurĂŒckliegende Verbreitung durch Menschen entstanden sein. Erste Nachweise ĂŒber kultivierte Quitten aus dem Kaukasus reichen 4000 Jahre zurĂŒck, in Griechenland findet man sie ab 600 v. Chr., bei den Römern ab 200 v. Chr. In Mitteleuropa wird sie erst seit dem 9. Jahrhundert angebaut, als wĂ€rmeliebende Pflanze dort bevorzugt in Weinbaugebieten.cite-ref-ipk-7-0[7]
Wirtschaftliche Bedeutung
2022 betrug die Welternte 702.015 Tonnen. Das Land mit der gröĂten Quittenproduktion der Welt war die TĂŒrkei, die etwa 28 % der weltweiten Ernte einbrachte.cite-ref-fao-8-0[8]
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die BlĂ€tter sind bis zu 10 cm groĂ, dunkelgrĂŒn und oberseits fast kahl, unterseits hingegen filzig behaart. Die wechselstĂ€ndigen LaubblĂ€tter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der behaarte Blattstiel ist 0,8 bis 1,5 Zentimeter lang. Die beim Austrieb behaarte, spĂ€ter verkahlende, eiförmige bis rundliche Blattspreite ist 5 bis 10 Zentimeter lang und 3 bis 5 Zentimeter breit. Der Blattrand ist ganz und die Spitze ist meist spitz oder bespitzt, seltener abgerundet bis stumpf oder eingebuchtet. Es sind NebenblĂ€tter vorhanden. QuittenbĂ€ume können bis zu 50 Jahre alt werden, dies ist im Vergleich mit Apfel- oder BirnbĂ€umen eine kurze Lebensdauer.
Generative Merkmale
Die BlĂŒten stehen endstĂ€ndig an den Spitzen beblĂ€tterter Triebe, d. h. an der Spitze einjĂ€hriger Zweige. Dies ist beim Baumschnitt zu beachten. Der behaarte BlĂŒtenstiel ist bis etwa 5 Millimeter lang. Die zwittrige, radiĂ€rsymmetrische, fĂŒnfzĂ€hlige BlĂŒte weist einen Durchmesser von 4 bis 5 Zentimeter auf mit doppelter BlĂŒtenhĂŒlle (Perianth). Der BlĂŒtenbecher (Hypanthium) ist glockenförmig. Die fĂŒnf auf beiden Seiten behaarten KelchblĂ€tter sind zurĂŒckgebogen und 5 bis 6 Millimeter lang mit ganzem Rand. Die fĂŒnf freien, weiĂen oder rosafarbenen KronblĂ€tter sind verkehrt-eiförmig und etwa 1,8 Zentimeter lang. Die 20 StaubblĂ€tter sind etwa halb so lang wie die KronblĂ€tter. Die fĂŒnf unterstĂ€ndigen FruchtblĂ€tter enthalten jeweils viele Samenanlagen. Die fĂŒnf freien Griffel sind an ihrer Basis flaumig behaart und fast so lang wie die StaubblĂ€tter.
Die Quitte blĂŒht nur in einem kurzen Zeitraum im Mai und Juni. Es gibt sowohl selbstfruchtbare als auch selbstunfruchtbare Sorten, dies ist bei der Sortenwahl zu beachten.
Der wollig behaarte Fruchtstiel ist etwa 5 Millimeter lang. Die gelbe, duftende, kurz behaarte, vielsamige Frucht weist bei der Wildform einen Durchmesser von 3 cmcite-ref-ipk-7-1[7] bis 5 cmcite-ref-foc-9-0[9] auf, kultivierte Sorten können deutlich gröĂere FrĂŒchte bilden. Die gröĂten FrĂŒchte trĂ€gt die Sorte 'Lescovac' mit bis zu 1,5 kg. Die zurĂŒckgeschlagenen KelchblĂ€tter sind auch noch bei Reife deutlich zu erkennen. Die FrĂŒchte enthalten viele Samen. Bei der Frucht handelt es sich um eine Sammelbalgfrucht â genauer eine Apfelfrucht; eine Scheinfrucht â, die im Aufbau Ăpfeln oder Birnen Ă€hnelt. Sie gehört zu den letzten FrĂŒchten im Saisonkalender und wird von September bis hinein in den November geerntet.
Nach der Ă€uĂeren Form der FrĂŒchte werden die Sorten oft in die Kategorie Apfelquitte oder Birnenquitte eingeteilt, dies hat jedoch keinen botanischen Hintergrund (Einteilung nach den generativen Merkmalen).cite-ref-0-10-0[10] AuĂerdem gibt es unterschiedlichste Ausformungen, von glatt bis stark gerippt.
Die Chromosomenzahl betrÀgt 2n = 34.
Inhaltsstoffe
Der NĂ€hrwert der Quitte betrĂ€gt 239 kJ (57 kcal) je 100 Gramm. Er setzt sich zusammen aus rund 15,3 g Kohlenhydrate (1,9 g Ballaststoffe), 0,1 g Fett und 0,4 g EiweiĂ.cite-ref-12[12]
Ăkologie
Beschreibung
Quitten sind sommergrĂŒne, dornenlose BĂ€ume oder StrĂ€ucher. In Kultur wurden sie oft auf WeiĂdorn (Crataegus) gepfropft (heute allerdings bevorzugt auf speziell geeignete Quittenunterlagen), wĂ€hrend sie ihrerseits gerne als Unterlage fĂŒr Birnen (Pyrus) genommen werden, deren FrĂŒchte dadurch frĂŒher reifen und besonders aromatisch werden. Am Beispiel dieser Pflanze (und von Acer campestre) beschrieb der italienische Anatom Marcello Malpighi (1628â1694) erstmals die Blattentwicklung.
Die BlĂŒten sind groĂe, vorweibliche, intensiv duftende ânektarfĂŒhrende Scheibenblumenâ. In jedem der fĂŒnf FruchtfĂ€cher befinden sich 8 bis 16, in zwei Reihen angeordnete Samenanlagen. Der Nektar wird am Grunde der KronblĂ€tter abgegeben. BestĂ€uber sind vor allem kleine Hummeln und andere Bienenverwandte. Die meisten Sorten sind zwar selbstfertil, doch fördert die FremdbestĂ€ubung den Fruchtansatz meist betrĂ€chtlich. BlĂŒtezeit ist von Mai bis Juni.
Die FrĂŒchte sind groĂe, leicht beflaumte, apfel- oder birnenĂ€hnliche FrĂŒchte, die von den bleibenden, sich zur Fruchtzeit vergröĂernden KelchblĂ€ttern gekrönt werden. Das Fruchtfleisch besitzt zahlreiche Steinzellen. Der als angenehm empfundene Duft beruht auf einem Gemisch von mindestens 80 Duftstoffen, vor allem von Estern. Die bekannte goldgelbe FĂ€rbung der FrĂŒchte, das sogenannte âQuittegelbâ geht hauptsĂ€chlich auf das Flavon Quercetin zurĂŒck. Die Ausbreitung der FrĂŒchte erfolgt bevorzugt durch den SiebenschlĂ€fer. Fruchtreife ist von September bis Oktober.
AnfĂ€lligkeit gegenĂŒber Schaderregern
Quitten gelten als robust gegenĂŒber tierischen Schaderregern. Blattpseudomonas und SpitzendĂŒrre (Monilia) sind die hĂ€ufigsten pilzlichen Erkrankungen.cite-ref-13[13] Eine groĂe Gefahr stellt die bakterielle Krankheit Feuerbrand dar. Quitten sind nicht per se anfĂ€lliger, durch die spĂ€tere BlĂŒte gibt es aber ein höheres Infektionspotential durch benachbarte, evtl. infizierte KernobstgewĂ€chse wie Apfel- oder BirnbĂ€ume oder Zwergmispeln (Cotoneaster). Eine anfĂ€llige, weitverbreitete Sorte ist beispielsweise die 'Konstantinopler Apfelquitte', geringe AnfĂ€lligkeiten zeigen hingegen die 'Portugiesische Birnenquitte' oder die 'Bereczki'.cite-ref-0-10-1[10] Eine weitere Krankheit ist der von Phytoplasmen ausgelöste Birnenverfall.
Insbesondere wo Quitten in Mischbepflanzung mit ApfelbĂ€umen stehen, kann es zu einem Ăberspringen des Apfelwicklers auf vereinzelte QuittenfrĂŒchte kommen.
Standortbedingungen
Bei zu hohen Calciumgehalten im Boden kann es zu Chlorosen kommen. AuĂerdem können StaunĂ€sse oder wechselfeuchte Böden zu SchĂ€digungen bis hin zum Absterben fĂŒhren. Aufgrund der Herkunft aus Vorderasien gibt es kaum Probleme bei hohen Temperaturen, Fröste von mehr als â20 °C können jedoch zu FrostschĂ€digungen fĂŒhren.cite-ref-14[14]
LagerfĂ€higkeit der FrĂŒchte
Zum Einlagern ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum ist Vorsicht geboten: Quitten sind sehr druckempfindlich. Damit die FrĂŒchte nicht vorzeitig verderben, sollten sie in einer mit Zeitungspapier oder Holzwolle ausgelegten Kiste einlagig aufbewahrt werden. Bei niedrigen Temperaturen von 12 bis 15 Grad können sie monatelang gelagert werden. Hierbei tritt jedoch oft allmĂ€hlich eine Oxidation des Fruchtfleisches ein, was sich in brĂ€unlichen VerfĂ€rbungen im Inneren der Frucht Ă€uĂert. Im fortgeschrittenen Stadium kann dies den Geschmack beeintrĂ€chtigen.
Verwendung
QuittenbĂ€ume tragen bis in den spĂ€ten Sommer hellgelbe FrĂŒchte, die sogar noch im November gepflĂŒckt werden können. Die Quitte trĂ€gt vier bis acht Jahre nach ihrer Pflanzung die ersten FrĂŒchte. Die Vermehrung der Kultursorten aus Stecklingen oder Abrissen gelingt nur manchmal. Die im Handel erhĂ€ltlichen Pflanzen sind meist durch Aufpfropfen veredelt.
Verwendung im Baumschulbereich
Quitten werden oft als Unterlage fĂŒr Birnen oder Ziergehölze verwendet. Mithilfe der Unterlage können Wuchs, Fruchtertrag oder FeuerbrandanfĂ€lligkeit beeinflusst werden. Dabei werden hĂ€ufig folgende Sorten genutzt:
| Unterlage | Eigenschaften | Wuchs | Temperatur | Verwendung |
|---|---|---|---|---|
| Quitte A | | mittelstark wachsend | mittlere Temperaturempfindlichkeit | |
| Quitte Adams | | schwachwĂŒchsig | mittlere Temperaturempfindlichkeit | hĂ€ufig |
| Quitte BA 29 | kalktolerant | starkwachsend | geringe Temperaturempfindlichkeit | |
| Quitte C | kalkempfindlich | schwachwĂŒchsig | flachwurzelnd, daher trockenheits- und temperaturempfindlich | hĂ€ufig |
| Quitte Eline (S) | | mittelstark wachsend | winterhart | [ 15 ] |
Verwendung als Lebensmittel
Die in der Schweiz, Deutschland und Ăsterreich wachsenden Quittensorten sind fĂŒr den Rohverzehr meist ungeeignet, da sie hart, adstringierend und durch die Gerbstoffe bitter sind. Es gibt aber auch Sorten, die roh gegessen werden können, zum Beispiel die in der TĂŒrkei angebaute Shirin-Quitte. Quitten haben ein feinsĂ€uerliches, leicht bitteres Zitrusaroma.
Bei der Zubereitung mitteleuropĂ€ischer Sorten muss in jedem Fall vor dem Verarbeiten der FrĂŒchte der Flaum oder Pelz der Quitten mit Hilfe eines (groben) Tuches grĂŒndlich abgerieben werden, da er reichlich Bitterstoffe enthĂ€lt. Dann kann die Frucht geschĂ€lt oder ungeschĂ€lt verwendet werden. Erprobt ist auch das AbbĂŒrsten des Flaums mit einer MessingbĂŒrste. Da dabei die Schale aber kleine Kratzer bekommt, wird diese erheblich schnellere Methode nur angewandt, wenn die FrĂŒchte sofort weiterverarbeitet werden.
Quitten werden zum Verzehr gekocht, gedĂŒnstet, gedĂ€mpft oder gebacken. Aus Quitten kann man Marmelade, Kompott, Mus, Chutney, Quittensuppe, Saft und daraus Gelee, Likör, Wein,cite-ref-16[16] Schnaps sowie Secco (âPerlweinâ)cite-ref-17[17] herstellen. Von regionaler Bedeutung ist die Zugabe in der Apfelwein- oder -saftherstellung. Gebacken eignen sie sich als Dessert oder Beilage zu Fleisch. Quittenbrot ist eine SĂŒĂigkeit, hergestellt aus mit Zucker vermischtem eingedicktem Quittenmus, das etwa 1 cm dick auf einem Backblech verstrichen im Backofen gedörrt und anschlieĂend in 2â3 cm groĂe Rauten geschnitten und in Zucker gewendet wird. Quittenbrot (QuittenkĂ€se) ist heutzutage im deutschsprachigen Raum im Handel fast nicht mehr erhĂ€ltlich, in spanisch- und portugiesischsprachigen LĂ€ndern ist es als âDulce de membrilloâ eine verbreitete traditionelle Weihnachts- oder WintersĂŒĂigkeit.
Das fruchtig-herbe Aroma der Quitte kann im sĂŒĂlichen Bereich ideal mit Zimt, Ingwer, Orangenschale, Rosinen, Mandeln und Vanille kombiniert werden. Auch mit Muskat, Szechuan-Pfeffer, Koriander oder Kardamom harmoniert die Frucht.
Verwendung als Heilpflanze
Als Heildroge dienen die reifen Quittensamen. Sie enthalten als Wirkstoffe etwa 20 % Schleimstoffe (ĂŒberwiegend Pentosane), bis 1,5 % Amygdalin und fettes Ăl.
Anwendung: Quittensamen werden (unzerkleinert, da sonst BlausĂ€ure aus Amygdalin frei wird) in der Volksheilkunde noch gelegentlich zur Bereitung eines Schleimes verwendet, der als Hustenreiz linderndes und mild abfĂŒhrendes Mittel gilt.
ĂuĂerlich kommt er in Salben oder Cremes unter anderem bei rissiger Haut, aufgesprungenen Lippen, wunden Brustwarzen, Verbrennungen, Wundliegen oder HĂ€morrhoiden zum Einsatz, auch als fettfreie, reizlose Salbengrundlage in der Kosmetik.
Der Saft der ganzen FrĂŒchte, der neben Schleim auch reichlich Gerbstoffe enthĂ€lt, kann bei leichten EntzĂŒndungen im Mund- und Rachenraum sowie bei Darmstörungen nĂŒtzlich sein. Bereits in der Antike (so durch den Arzt Anthimus) wurden Quitten gegen schwere Durchfallerkrankungencite-ref-18[18] empfohlen.
Verwendung als Duftspender
Reife Quitten kann man als Duftspender einsetzen, die ein angenehmes Aroma verströmen. FrĂŒher wurden Quitten als natĂŒrliches Duftmittel zur frischen WĂ€sche gelegt.
Quittensorten
Die Gesamtzahl an Quittensorten wird auf 700 geschĂ€tzt. Dabei sind die meisten Sorten ZufallssĂ€mlinge, d. h. sie sind ohne gezielte Kreuzung (ZĂŒchtung) entstanden.cite-ref-19[19]
â
Hauptartikel
:
Liste von Quittensorten
Symbolik, Mythologie, Kunst
âą Seit jeher gelten die Quitten als Symbol fĂŒr Liebe, Fruchtbarkeit,cite-ref-21[21] GlĂŒck, Klugheit, Schönheit, BestĂ€ndigkeit und UnvergĂ€nglichkeit.
⹠Jan Wagner schrieb ein Gedicht mit dem Titel hölderlins quitte.cite-ref-22[22]
Abgrenzung
Die ebenfalls essbare Zierquitte (Chaenomeles) hat nur den Namensteil mit der Quitte gemeinsam, ist jedoch eine eigene Pflanzengattung innerhalb der Familie der RosengewÀchse (Rosaceae) und wird als Zierpflanze in Parks und GÀrten verwendet.
Sonstiges
Im unterfrĂ€nkischen Astheim fĂŒhrt ein von der Firma Mustea betriebener Quittenlehrpfad durch teilweise 100 Jahre alte AnbauflĂ€chen. Eine kooperierende Baumschule besitzt mit ĂŒber 100 Sorten die wahrscheinlich gröĂte Sammlung an Quittensorten in Deutschland.cite-ref-23[23] Seit 2021 wird auĂerdem die Kulturgeschichte der Quitte im frĂ€nkischen Weinland im Haus der Quitte in Volkach prĂ€sentiert.
Geschichte
Quellen
âą Antike: Alkman 6. Jh. v. Chr.cite-ref-24[24] --- Stesichoros 6. Jh. v. Chr.cite-ref-25[25] --- Dioskurides 1. Jh.cite-ref-26[26] --- Plinius 1. Jh.cite-ref-27[27] --- Galen 2. Jh.cite-ref-28[28]
âą Arabisches Mittelalter: Avicenna 11. Jh.cite-ref-29[29] --- Ibn Butlan 11. Jh.cite-ref-30[30] --- Circa instans 12. Jh.cite-ref-31[31]
âą Lateinisches Mittelalter: Karl der GroĂecite-ref-32[32] 8. Jh. --- Hildegard von Bingen 12. Jh.cite-ref-33[33] --- Konrad von Megenberg 14. Jh.cite-ref-34[34] --- Michael Puff 15. Jh.cite-ref-35[35] --- Herbarius Moguntinus 1484cite-ref-36[36] --- Gart der Gesundheit 1485cite-ref-37[37] --- Hortus sanitatis 1491cite-ref-38[38] --- Hieronymus Brunschwig 1500cite-ref-39[39]
âą Neuzeit: Otto Brunfels 1537cite-ref-40[40] --- Leonhart Fuchs 1543cite-ref-41[41] --- Hieronymus Bock 1546cite-ref-42[42] --- Mattioli / Handsch / Camerarius 1586cite-ref-43[43] --- Nicolas LĂ©mery 1699/1721cite-ref-44[44] --- Onomatologia medica completa 1755cite-ref-45[45] --- Preussische Pharmacopoe 1805cite-ref-46[46] --- Pereira / Buchheim 1846/48cite-ref-47[47] --- PreuĂische Pharmakopoe 1865cite-ref-48[48] --- Theodor Husemann 1883cite-ref-49[49] --- Wolfgang Schneider 1974cite-ref-50[50]
Historische Abbildungen
Literatur
âą Gu Cuizhi (Ku Tsue-chih), Stephen A. Spongberg: Gattung Cydonia und Art Cydonia oblonga. S. 170. â textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 9: Pittosporaceae through Connaraceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und Saint Louis 2003, ISBN 1-930723-14-8. (Abschnitt Beschreibung, Verbreitung und Systematik).
âą Monika Schirmer: Die Quitte â eine fast vergessene Obstart. IHW-Verlag, Eching 2003, ISBN 3-930167-54-9. Botanik, Literatur, Kunst, Heilmittel und Rezepte.
âą Rosenblatt, Lucas/Christandl, Freddy: Quitten. Das Comeback einer vergessenen Frucht. HĂ€decke 2007.
âą Rainer Söcknick-Scholz: Quitten â Vergessene Köstlichkeiten? pĂșca-prints, Oldenburg 2003, ISBN 3-8311-5004-4 Kulturgeschichte, Anbau und Verwertung.
âą Ruprecht DĂŒll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender LĂ€nder. Die hĂ€ufigsten mitteleuropĂ€ischen Arten im Portrait. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
⹠Ingrid und Peter Schönfelder: Das neue Buch der Heilpflanzen. Kosmos, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-440-12932-6.
Weblinks
Commons
: Quitte (
Cydonia oblonga
)
â Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Quitte
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Cydonia oblonga bei Plants For A Future
âą Informationen u. a. zum Anbau Bayerische Landesanstalt fĂŒr Weinbau und Gartenbau (LWG).
âą Infos ĂŒber die Quitte mit einer erweiterten Sortenliste auf digicube.de.
âą Quitte. auf FloraWeb.de
âą Verbreitungskarte fĂŒr Deutschland. In: Floraweb.
âą Cydonia oblonga Mill. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 5. November 2015.
âą Thomas Meyer: Datenblatt mit BestimmungsschlĂŒssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
Einzelnachweise
cite-note-11. â ursprĂŒnglich eine Art kleiner Feigen. Vgl. auch Paul Diepgen: Gualtari Agilonis Summa medicinalis. Nach den MĂŒnchner Cod. la. Nr. 325 und 13124 erstmalig ediert mit einer vergleichenden Betrachtung Ă€lterer medizinischer Kompendien des Mittelalters. Leipzig 1911, S. 61.
cite-note-22. â Vgl. auch Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft fĂŒr Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 140.
cite-note-33. â Vgl. www.kringbenelux.eu.
cite-note-44. â Otto BeĂler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 172 (âCitonia â quiddenbaum, Cufa â Malacitonia â id est coctana â Mala citonia [âŠ] quedeâ) und 175â176 (zur frĂŒher als eigene Art oder VarietĂ€t aufgefassten âGoldquitteâ oder âApfelquitteâ, lateinisch Crisolima: âCrisolima â id est vermex, goltapphelâ).
cite-note-55. â Kluge: Etymologisches Wörterbuch.
cite-note-66. â Franz Dornseiff: Die griechischen Wörter im Deutschen. Berlin 1950, S. 48.
cite-note-ipk-77. â P. Hanelt, IPK (Hrsg.): Mansfeldâs Encyclopedia of Agricultural and Horticultural Crops. (online).
cite-note-fao-88. â Crops > Quinces. In: Offizielle Produktionsstatistik der FAO fĂŒr 2022. fao.org, abgerufen am 30. August 2024 (englisch).
cite-note-foc-99. â Gu Cuizhi (Ku Tsue-chih), Stephen A. Spongberg: Gattung Cydonia und Art Cydonia oblonga, S. 170. â textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 9: Pittosporaceae through Connaraceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und Saint Louis 2003, ISBN 1-930723-14-8.
cite-note-0-1010. â Hans Göding: Quittenversuche in Niederbayern. Abgerufen am 7. Dezember 2020.
cite-note-1111. â Vitamindaten der Quitte. Abgerufen am 2. September 2021.
cite-note-1212. â Inhaltsstoffe der Quitte. Abgerufen am 2. September 2021.
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cite-note-3434. â Konrad von Megenberg, 14. Jh.: Buch der Natur. Ausgabe. Franz Pfeiffer. Aue, Stuttgart 1861, S. 319 (IVa/13): KĂŒtenpaum (Digitalisat)
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cite-note-3939. â Hieronymus Brunschwig: Kleines Destillierbuch, StraĂburg 1500, Blatt 65vâ66r: KĂŒtten. KĂŒtten blĂŒet (Digitalisat)
cite-note-4040. â Otto Brunfels: Ander Teyl des TeĂŒtschen Contrafayten KreĂŒterbĆŻchs. Johann Schott, StraĂburg 1537, S. 151: KĂŒttenbaum (Digitalisat)
cite-note-4141. â Leonhart Fuchs: New KreĂŒtterbuch ⊠Michael Isingrin, Basel 1543, Kapitel 140: KĂŒtten (Digitalisat)
cite-note-4242. â Hieronymus Bock: New KreĂŒtter BĆŻch. Wendel Rihel, StraĂburg 1546, Teil III, Kapitel 43: Quitten oder KĂŒtten öpffel (Digitalisat)
cite-note-4343. â Pietro Andrea Mattioli: Commentarii, in libros sex Pedacii Dioscoridis Anazarbei, de medica materia. Ăbersetzung durch Georg Handsch, bearbeitet durch Joachim Camerarius den JĂŒngeren, Johan Feyerabend, Franckfurt am Mayn 1586, Blatt 82: Quittenbaum (Digitalisat)
cite-note-4444. â Nicolas LĂ©mery: Dictionnaire universel des drogues simples. Paris 1699, S. 246â247: Cydonia (Digitalisat); Ăbersetzung. VollstĂ€ndiges Materialien-Lexicon. Zu erst in Frantzösischer Sprache entworffen, nunmehro aber nach der dritten, um ein grosses vermehreten Edition [...] ins Hochteutsche ĂŒbersetzt / Von Christoph Friedrich Richtern, [...] Leipzig: Johann Friedrich Braun, 1721, Sp. 383â384: Cydonia (Digitalisat)
cite-note-4545. â Albrecht von Haller (Hrsg.): Onomatologia medica completa oder Medicinisches Lexicon das alle Benennungen und Kunstwörter welche der Arzneywissenschaft und Apoteckerkunst eigen sind deutlich und vollstĂ€ndig erklĂ€ret [...] Gaumische Handlung, Ulm / Frankfurt am Main / Leipzig 1755, Sp. 489â492: Cotonea (Digitalisat)
cite-note-4646. â Carl Wilhelm Juch: Pharmacopoea Borussica oder PreuĂische Pharmakopoe. Aus dem Lateinischen ĂŒbersetzt, und mit Anmerkungen und ZusĂ€tzen begleitet von Dr. Carl Wilhelm Juch. Stein, NĂŒrnberg 1805, S. 134: Semen Cydoniorum (Digitalisat)
cite-note-4747. â Jonathan Pereiraâs Handbuch der Heilmittellehre. Nach dem Standpunkte der deutschen Medicin bearbeitet von Rudolf Buchheim. Leopold VoĂ, Leipzig 1846-48, Band II 1848, S. 592â593: Cydonia vulgaris (Digitalisat)
cite-note-4848. â Friedrich Mohr: Commentar zur Preussischen Pharmakopoe : nebst Ăbersetzung des Textes ⊠Friedrich Vieweg â Braunschweig. Nach der siebten Auflage der Pharmakcopoea borussica. 1865, S. 567: Quittensamen (Digitalisat)
cite-note-4949. â Theodor Husemann: Handbuch der gesammten Arzneimittellehre. Springer, Berlin 2. Aufl. 1883, S. 334: Semen Cydoniae. Mucilago Cydoniae (Digitalisat)
cite-note-5050. â Wolfgang Schneider: Lexikon zur Arzneimittelgeschichte. Sachwörterbuch zur Geschichte der pharmazeutischen Botanik, Chemie, Mineralogie, Pharmakologie, Zoologie. Govi-Verlag, Frankfurt a. M. Band 5/1 (1974), S. 407â409: Cydonia (Digitalisat)
cite-note-513. Ăbersetzung des Textes durch Franz Unterkircher. Tacuinum sanitatis ... Graz 2004, S. 48: Quitten: Komplexion: kalt und trocken im 2. Grad. Vorzuziehen: volle, groĂe. Nutzen: sie erfreuen das Herz und stĂ€rken den Appetit. Schaden: sie verursachen Kolik. VerhĂŒtung des Schadens: mit gesĂŒĂten Datteln. Was sie erzeugen: kalte SĂ€fte. Besonders zutrĂ€glich fĂŒr Choleriker, fĂŒr jedes Lebensalter, jede Jahreszeit und jede Gegend.